Vereinsstander SC Seddin e.V.
SC-Seddin e.V. Gegründet 1913

Die Geschichte des Segel-Club Seddin e.V.

Von den Anfängen des Berliner Freizeitsegelns im 19. Jahrhundert über die Gründung 1913 bis hin zur heutigen modernen Gemeinschaft – über ein Jahrhundert Segeltradition am Seddinsee.

Die Anfänge & Gründung (1913)

Der Segelsport im alten Berlin hatte seine Anfänge etwa in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Besser betuchte Vertreter des aufstrebenden Bürgertums repräsentierten mit der Möglichkeit des Freizeitsegelns ein völlig neues Selbstbewusstsein.

In diesem Zeitgeist wurde auch unser Segelclub gegründet.

📜 Historisches Zeitzeugnis: Das originale Gründungsdokument von 1913 aus der ersten Satzung sowie die Liste der ersten Vorstandsmitglieder findest du auf unserer Spezialseite zur Vereinsgründung 1913.

Mit einem Grundstückskauf von knapp 4.000 qm wurde gleichzeitig unser heutiges Club- und Gästehaus erworben – ein 1890 unter kommunalen Gesichtspunkten erbautes Gesellschaftshaus.

Straßenseitiger Anblick des Clubhauses von 1931
Historische Aufnahme: Dieser straßenseitige Anblick von 1931 kann heute noch fast unverfälscht betrachtet werden.

Ausbau & Vereinsleben vor dem II. Weltkrieg

Mit dem 1916 vollzogenen Erweiterungsbau für Küche, Schankraum und hausinterne Sanitäreinrichtungen wurde das Zusammensein im Club wesentlich attraktiver. Boots- und Motorenschuppen, Unterkünfte für Segler (Single oder mit Familie), Slipanlage und Winterliegeplätze als landseitige Einrichtungen waren schon damals selbstverständlich.

Erst nach dem I. Weltkrieg war es jedoch möglich, intensiv den Segelsport zu betreiben. Es waren stolze „Kapitäne“ im standesgemäßen Outfit, die im Freizeit- und Fahrtensegeln Ruhe, Entspannung und Erfüllung auf den Berliner Gewässern fanden.

Ebenso ist ein vielseitiges und gemütliches Vereinsleben bis Anfang der dreißiger Jahre belegt. Dies schloss auch regelmäßig mittwochs stattfindende clubinterne Regatten mit hoher Beteiligung ein.

Die Zeugnisse über eine Gemeinschaft, die sich eng mit dem Segelsport verbunden hatte, enden vorerst mit der Berufung eines Clubmitgliedes in den Olympiakader für 1936.

Kriegsfolgen & die Jahre der Ungewissheit

Für den Segel-Club Seddin hinterließ der II. Weltkrieg vor allem eines: den Schaden einer im Clubhaus eingeschlagenen Brandbombe – aber auch eine Handvoll Mitglieder, die unbedingt wieder segeln wollten.

Das Vereinshaus nach dem Einschlag einer Brandbombe 1944
Das Vereinshaus nach dem Einschlag einer Brandbombe im Jahr 1944.

Auf die weitere Ausübung des Segelsports hatte die entschädigungslose Enteignung 1951 und die damit verbundenen Änderungen der Rechtsträger einen einschneidenden Einfluss. Dennoch belebte sich – trotz aller Widrigkeiten – allmählich der Segelsport auf den Berliner Gewässern und auch in unserem Club.

In den folgenden Jahrzehnten schafften es einige unserer Mitglieder zu Meisterehren und Spitzenplatzierungen bei nationalen, Europa- und Weltmeisterschaften sowie bei der Olympiade 1972.

Wiedervereinigung & Weg in die Zukunft

Nach der Wiedervereinigung haben wir uns am 17. März 1990 auf der Grundlage der Satzung von 1920 wieder offiziell als Segel-Club Seddin e.V. formiert. Danach wurde die Rückübertragung des ehemaligen Vereinsgrundstücks beantragt, der nach fast neunjähriger Auseinandersetzung im Juni 1999 entsprochen wurde.

Eine wesentliche Voraussetzung dazu bestand in der Anerkenntnis, dass der Club seit seiner Gründung 1913 durchgängig das Ziel verfolgte, segelsportlich interessierte Bürger auf freiwilliger Basis in einem gemeinnützigen Verein zusammenzuschließen, um aktiv das Segeln als Freizeitsport zu betreiben.

Bis heute leben und lieben wir den Segelsport in der Gemeinschaft unseres Clubs. Wertschaffende und werterhaltende Maßnahmen machen einen wichtigen Teil unseres Gemeinschaftslebens aus: Die anteilige Eigenfinanzierung einer modernen Steganlage in den Jahren 2003/2004 zeigte eindrucksvoll den gemeinsamen Handlungswillen unserer Mitglieder.

Die Segelkameradinnen und Segelkameraden des Segel-Club Seddin wissen mit Verantwortung und Herausforderung zur kontinuierlichen Förderung des Vereinszweckes umzugehen.

Hintergrundkarte: © OpenStreetMap-Mitwirkende